Methoden für komplexe Strukturen sind simpel – es erfordert lediglich Genialität sie zu verstehen

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Unsere Welt wird immer komplizierter. Unsere täglichen Abläufe überfordern uns. Wir verstehen vor lauter „Bäumen“, die wir sehen und die ja so verschieden sind, den „Wald“ nicht mehr.

Nehmen wir zum Beispiel den Aufbau eines modernen Produktes bestehend aus mechanischen Komponenten, Elektronik und verschiedenen Softwaren. Früher ganz einfach. Gehäuse mit ein bisschen Mechanik, eine kleine Platine und eine Steuerungssoftware. Das war sehr lange so und hat sich natürlich in die Köpfe der Entwickler eingebrannt.

Ab und zu wird dann die Platine und die Software nochmal in einem anderen Gerät verwendet. Ok, dann muss man die Entwicklungstermine ein bisschen mehr koordinieren.

Aber nun, die Welt bricht um. Das digitale Zeitalter, wie wir es nennen, erreicht uns. Produkte werden wesentlich komplexer. Die Wiederverwendung der Komponenten steigt. Die Vielzahl der Teilprodukttypen steigt. Die Methodik etwas zu entwickeln bleibt aber auf dem Stand der letzten Jahre. Das „Antrainierte“ kann nicht so schnell im Kopf ersetzt werden.

Tooltechnisch kann die Lösung nur sein, einfachere Anwendungen als bisher für diese komplexen Strukturen zu schaffen. Das gemeinsame der Entwicklungsprozesse muss gefunden und darauf muss sich fokussiert werden. Egal um welche Baukomponente es sich handelt. Methodisch sind Mechanik und Software heutzutage gar nicht mehr weit entfernt. Mann muss es nur sehen wollen. Die Software hat sich aus dem Revier des „Künstlers“ in das des soliden Handwerkers und Entwicklers verschoben. Die Entwicklung der Mechanik ist agiler geworden. Zugegeben, es gibt Spezialitäten. Die sollte man dann aber separat abbilden. Eigene Tools dafür bauen. Die mit dem „großen Ganzen“ verknüpft werden.

Gut, ein Tool kann also im Prinzip für das Tracking von Mechanik, Elektronik, Software und Co. eingesetzt werden. Gleiche Methoden für alles. Gleiche Anwenderoberflächen für alles. Der datentechnische Inhalt unterscheidet sich natürlich, wie bisher auch. Querverknüpfungen werden komplexer. Das Suchen von Informationen wird mehr in die Richtung gehen, wie wir es aus dem Internet gewohnt sind. Die große Excelliste hat ausgedient, weil sie einfach nicht mehr breit genug ist, um auf die 3 Bildschirme nebeneinander zu passen. Landkarten des „Produktwaldes“ treten an die Stelle der bisherigen Suchlisten. „Detailzooms“ wie bei Google Maps die Streetviews treten an die Stelle von Gesamtübersichten. „Favoriten“ kennzeichnen das leichte Wiederfinden.

Ok, sind wir doch alles schon gewohnt, sagen Sie. Sicher? Auch in der Umgebung, in der wir uns, bestimmt von Excel und Office Anwendungen, selbstorganisierend seit 20 Jahren bewegen? Sicher nicht. Die Methode ist zwar standardisiert, aber in unserem Kopf muss sich einiges bewegen. Wir brauchen ein Bild von dem was wir tun, weil das letztendlich die allgemeine Methode nicht mehr 100% vermitteln kann. Hier beginnt für die altgedienten Recken die Herausforderung, ein kleines Stück Genialität ist hier gefragt. Neuanfänger haben an dieser Stelle weniger das Problem.

 

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Abschreckung durch Programmoberflächen – GUI extrem

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Bei manchen Applikationen, gerade im technischen Bereich, ist es wohl üblich, dem Toolprogrammierer die Gestaltung der Oberflächen gänzlich allein zu überlassen. Dementsprechendes kommt dabei heraus.
Links eine Liste, darunter eine Auswahl aus der Liste darüber, rechts eine Liste mit dem angewählten Item, darunter die Einzelsicht mit vielen Reitern, die wiederum Listen oder Einzelsichten enthalten mit Dateneingaben von anderswo eingegebenen Objekten, die sonst aber nirgends im Programm in einer Liste angesehen werden können. Alles selbsterklärend. der Anwender weiß nicht wo er zuerst hinschauen soll, was er zuerst anklicken soll.

HMI

Da schlägt dann die Stunde des Handbuches. Alles muss beschrieben werden. jeder Klick. Jeder Ablauf. Wenn man Glück hat schreibt nicht der Toolentwickler das Handbuch und es ist halbwegs verständlich.
Aber sei das Handbuch auch noch so gut wie es sein will, was nutzt es, wenn der Anwender jedesmal nachschlagen muss, wie es denn nun wieder ging, alldieweil die Oberfläche keine Orientierungspunkte für den Ablauf einer Anwahl, geschweige denn Eingabe gibt.
Wer jetzt denkt, ich spreche von billigen Allerweltsprogrammen, der wird sich täuschen. Nein ich spreche von Planungsinstrumenten, von Quellcode- und Workflowmanagement, von ERPs und allerlei anderem, was jede Menge Lizenzkosten in Unternehmen verursacht.
Moderne Oberflächen müssen einfach und durchsichtig sein. Ihre Anwendung sollte der Unterstützung des jeweiligen Arbeitsprozesses dienen. D.h., durchaus auch hier und da ein Wizard, der die Eingabe und das Anlegen komplexer Datenstrukturen für den Anwender durchschaubar macht. Klare Menüs, klare Navigationen, themenfokussierte Darstellungen.
Denn schließlich, was nutzen die tollste Datenstruktur, die genialste Funktionalität, die besten Algorithmen, wenn man sie nicht vernünftig anwenden kann.